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Media Engineering - Neue Medien in der technischen Doku

Neue Technologien bieten viele neue Möglichkeiten; dies gilt auch für die technische Dokumentation. Im Master-Wahlfach „Media Engineering“ erarbeiten Studierende interessante Ansätze zum Einsatz neuer Medienformen zur Wissensvermittlung in der Technischen Dokumentation.

Die Vorlesung

In der Wahlveranstaltung „Media Engineering“ bearbeiten die Studierenden alleine oder in Gruppen Themen aus dem Bereich E-Learning. Neben der programmiertechnischen Komponente, müssen die Studierenden auch ein didaktisches Konzept erarbeiten, mit dem festgelegt wird, auf welche Weise die Inhalte am besten vermittelt werden können.

Schwerpunkt

Die Entwicklung mobiler Applikationen ist in Media Engineering ein besonders wichtiges Thema, weshalb im Laufe der Vorlesung auch ein Workshop hierfür abgehalten wurde. Auch bei der Erstellung mobiler Apps ist der Aspekt des Single Sourcings ein wichtiges Thema. Dies ist jedoch  nur möglich wenn auf die native Entwicklung von Apps verzichtet wird. Unter „nativ“ versteht man hier die spezielle Entwicklung einer App für ein bestimmtes Betriebssystem, in der für dieses Betriebssystem üblichen Programmiersprache. Bei der Plattform Android wäre dies beispielsweise Java. Stattdessen wird mit dem Frame Work PhoneGap gearbeitet. Diese Framework ermöglicht die Konvertierung von HTML5-basierten Web-Apps zu nativen Apps. Es werden also aus einer Quelle verschiedene Apps generiert.
Bei der Wahl der Themen haben die Studierenden die freie Wahl. Einige der Projekte sollen nun näher vorgestellt werden.

Serious Gaming  Zocken im Beruf

Serious Gaming  ist das Projektthema der Studenten Maximilian Borgartz und Tobias Noeske. Herr Borgartz studierte Kognitions- und Medienwissenschaften, eine Mischung aus Psychologie und Informatik.  Seiner Meinung nach bieten die Professoren des KMM-Studienganges den Studierenden einiges mehr an Unterstützung  als an der Universität, sodass er sich den Herausforderungen gewachsen fühlt. Tobias Noeske ist interner Master-Student und ist somit bestens mit den Studieninhalten des KMM-Studienganges vertraut.

Ihr Projekt ist in erster Linie nicht zur Unterhaltung gedacht, wie man auf den ersten Blick annehmen könnte, sondern soll den Spielern berufsrelevante Inhalte auf spielerische Weise vermitteln. Das Duo entwickelte mit der integrierten Entwicklungsumgebung (IDE) DX Studio  eine virtuelle, dreidimensionale Lernumgebung, in der sich Spieler frei bewegen und mit Objekten interagieren können. Die Spieler werden zunächst an einem virtuellen Arbeitsplatz mit einem Video eingeführt und danach angeleitet Aufgaben an der virtuellen Maschine, dem Paketomat3000,  durchzuführen.  Unterschiedliche Szenarien ermöglichen den Spielern korrektes Verhalten in entsprechenden Situationen zu erlernen. Beispielsweise muss der Spieler in einem Brandfall zunächst die Maschine ausschalten und danach erst den Feuerlöscher benutzen, um die Aufgabe erfolgreich abzuschließen.

Die Entwicklung erfolgt mit einer modifizierten Variante von JavaScript und einer grafischen Benutzeroberfläche. Viele Objekte (z.B. Kisten) sind in DX Studio  standardmäßig vorhanden. Komplexere Objekte modellieren die Studenten in einer 3D-Grafiksoftware (z.B. Maya, 3ds Max) und importieren sie in DX Studio .

Nach Einschätzung der Studenten, hat ihr Programm an sich keine Chance verkauft zu werden. Jedoch sollte im Projekt das Konzept des Serious Gaming  erprobt werden, das wiederum ein hohes Zukunftspotenzial hat.

Interaktive Multimedia-Collage  Weg vom langweiligen Text

Ein weiteres Projekt, das den Namen „A short History of Android“ trägt,  ist das von Lukas Funk. Er studierte Computerlinguistik und hat sich für den KMM-Master-Studiengang aufgrund der anwendungsorientierten Ausrichtung entschieden. Studieninhalten mit denen er noch nicht vertraut ist, tritt er mit Gelassenheit gegenüber und meint: „Kann man ja lernen.“.

Der Fokus seines Projekts liegt auf der cross-platform App -Entwicklung für iOS und Android. Zur Entwicklung setzt er das Open Source Framework PhoneGap ein, das die Webtechnologien HTML 5, CSS und JavaScript nutzt.  

Nutzer können per Wischgeste und mittels Neigen des Gerätes durch die ansprechend dargestellten Multimedia-Inhalte navigieren. Eine mögliche Vermarktung seines App-Konzepts sieht er in der Entwicklung einer Webanwendung, mit der Nutzer Apps dieser Art selbst erstellen können.

Media-Engineering-Projekte, Lernen 2.0

Immer am Ende des Semesters beginnt der Stress: Lernen für die Klausuren. Jedoch muss das nicht immer mit Papier und Buch geschehen. Prof. Schober hat es vorgemacht: Für seine Vorlesung „Multimedia-Technologien“ im 7. Semester hat er ein auf Web-Technologien basierendes Quiz erstellt, mit dem die Studierende ihren Lernerfolg selbst testen können. Jetzt haben sich 2 Studierende des Master-Studiengangs „Kommunikation und Medienmanagement“ als Projekt die Optimierung des Tools vorgenommen.

Multimedia-Quiz 1.0

Grundlage des Projekts ist das Multimedia-Quiz von Prof. Schober aus der Vorlesung Multimedia-Technologien im 7. Semester. Die Studierenden können in diesem Quiz ihren Lernerfolg mit Hilfe von Multiple-Choice-Fragen überprüfen. Am Ende des Quiz folgt eine Auswertung, die den Studierenden ihre Stärken und Schwächen zeigt.
Technische Grundlage dieses Systems sind Webtechnologien, wie HTML5 und Javascript. Eine Schlüsseltechnologie ist AJAX – Asynchronous Javascript and XML. AJAX erlaubt es, Webseiten oder Teile von Webseiten dynamisch mit neuen Inhalten zu befüllen. Die Inhalte des Quiz wurden in XML festgehalten. XML ist eine sog. Meta-Markup-Sprache. Vorteil dieser Herangehensweise ist die relativ einfache Implementierung, da keine Datenbank eingesetzt werden muss. Jedoch werden die Inhalte nicht zentral gepflegt.

Multimedia-Quiz 2.0

In der Master-Veranstaltung “Media Engineering“ soll das Quiz nun im Rahmen eines Projekts optimiert werden. Dieser Aufgabe haben sich die die Studierenden Mara Kasubke und Katharina Schatz angenommen. Frau Schatz entwickelt das didaktische Konzept weiter und Frau Kasubke übernimmt die technische Implementierung. Im Gegensatz zur Vorgängerversion soll das Multimedia-Quiz an eine Datenbank angebunden werden. Dies ermöglicht die zentrale Pflege der Daten. Das System verfügt über 2 verschiedene Ansichten: das Front-End und das Back-End.
Das Front-End ist das, was die Studierenden sehen, wenn sie einen Test mit dem Quiz durchspielen. Das Design des Front-Ends wurde mit Hilfe von Bootstrap umgesetzt. Bootstrap ist ein Design-Framework, das die Entwicklung von Webseiten erleichtert und beschleunigt. Außerdem setzt Bootstrap ein „responsive layout“ um, d.h. dass sich alle Inhalte in ihrer Darstellung dem Browser-Fenster anpassen.
Das Back-End dient zur Verwaltung des Systems. Über das Back-End können auch neue Quizze hinzugefügt werden. Auch eine Nutzerverwaltung mit verschiedenen Zugriffsrechten ist verfügbar. So wäre es zum Beispiel denkbar, dass Studenten eigenständig neue Quizze für sich selbst und die nachfolgenden Semester erstellen.